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dem Forschungsschiff „Aranda“ in den Bottnischen Meerbusen
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Stürmische Begrüßung
Eis in Sicht
Arbeit im Eis
Wieder Wasser unterm Kiel
Nach dem Aufbau und Festzurren der letzten Geräte ist erstmals genügend Zeit, sich entweder den reichhaltigen Mahlzeiten der ausgezeichneten Bordküche, oder aber seiner Seekrankheit zu widmen. Auch das Innere des Schiffes muss von den „Neulingen“ erkundet werden: Die großzügigen Labore, die wohnlich und komfortabel ausgestatteten Kabinen, die Freizeitmöglichkeiten wie Sauna und Fitnessraum usw. - alles ist funktionell und angepasst für den Einsatz auf See. Alle Räume sind mit Monitoren versehen, auf denen aktuelle Tourdaten wie Koordinaten, Windgeschwindigkeit, Temperatur, Wassertiefe, Fahrgeschwindigkeit und anderes mehr ebenso abgelesen werden können, wie die vorläufige Routenplanung.
Am Abend dann die Entscheidung: Halt für die „Eisrandstation“, die als Referenzstation für die späteren Proben im Eis dienen soll. Dazu werden mit der sogenannten CTD-Rosette Wasserproben aus verschiedenen Tiefen entnommen und gleichzeitig ein Tiefenprofil von Temperatur, Salzgehalt und Sauerstoff erstellt. Auch die elektronisch steuerbaren In-situ-Pumpen gelangen erstmals ins Wasser.
Die Biologin Sabine Bauer steht vor
dem Problem, möglichst steril arbeiten zu müssen, was sich unter solch
„eisigen“ Bedingungen nicht immer als ganz einfach erweist. Sie will nitrifizierende
Bakterien im Eis nachweisen und ihre Aktivität mit N15 -Experimenten
bestimmen. Dazu benötigt sie ganze und fraktionierte Eiskerne, sowie
Untereiswasser.
Auch die nächsten zwei Tage im Eis sind von emsiger Arbeit, Stimmungs- und Wetterhoch geprägt. Der letzte gebohrte Eiskern wird schließlich mit Wodka gefüllt und dann zünftig nach Eisforscherart angestoßen. Auf Finnisch sagt man übrigens beim Anstoßen: Kippes!
Die Aranda bricht sich langsam, aber
sicher wieder durch das Eis Richtung Süden. Bei klarem Winterwetter fahren
wir durch die finnischen Schären und schließlich in den Finnischen
Meerbusen. Der zweite Teil der Fahrt soll hauptsächlich dazu dienen, Messdaten
für das Projekt „Baltic Sea Carbon Budget“ zu gewinnen. Die meisten Messstationen
befinden sich in der Gotlandsee, aber es werden auch Stationen im Finnischen
Meerbusen, dem Golf von Riga und vor der Danziger Bucht angelaufen. Am Montagmorgen
erreichen wir den Hafen von Helsinki. Hier gehen die Kieler Polarökologen
und zwei Mitglieder des finnischen Teams von Bord, dafür kommen fünf
neue Finnen dazu. Sie werden an den zeitlich eng aufeinanderfolgenden Stationen
in der Gotlandsee im Schichtdienst bei der Probennahme und Nährstoffanalyse
mitwirken.
Im Anschluss werden durch die deutschen
Forscher POC/DOC und CO2-Konzentration gemessen, während die finnische
Wissenschaftlercrew Alkalinität und Nährstoffgehalt untersucht.
Durch die vielen Stationen und nachfolgende Probenaufbereitung mag es manch einem fast entgehen, dass wir uns schon wieder auf dem Rückweg befinden. Doch das Abschiedsfest am 18.03. und die wunderbare Rede (auf deutsch) von Matti Pertilää, dem finnischen Fahrtleiter, erinnert auf angenehme Weise an die baldige Heimkehr und den Abschied von der Aranda. Der letzte Tag bringt noch eine Station mit sich, die meisten aber sind mit dem Einpacken, andere noch bis zu guter Letzt mit dem Filtrieren beschäftigt. Am 20. März läuft die Aranda -diesmal bei ruhiger See- wieder in Warnemünde ein.
Bleibt nur noch, Dank zu sagen an die
finnischen Kollegen für die hervorragende Unterstützung und die freundliche
Aufnahme an Bord der Aranda, und an die ganze Crew für den guten Service
und die vorzügliche Verpflegung. Sie alle machten diese Fahrt für
uns zu einem positiven Erlebnis.
Auf Finnisch heißt das: Kiitos!
Ein persönlicher Dank von mir geht
auch an den deutschen Fahrtleiter Dr. Bernd Schneider, der mir die Teilnahme
an dieser Fahrt ermöglichte.
| aktualisiert: 08.11.2000 | Fragen und Anregungen zu dieser Seite an: barbara.hentzsch@io-warnemuende.de |
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