Meereskundliche Vorträge am

Institut für Ostseeforschung Warnemünde

im Jahr der Geowissenschaften

 

Ein Vortragsprogramm für Schülerinnen

und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern

April – Juni 2002

  • Vorwort
  • Der Veranstalter
  • Das Programm

     

    Vorwort:

    Das Jahr 2002 wurde von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Edelgard Bulmahn, zum Jahr der Geowissenschaften erklärt. Mit dieser Widmung sollen - im Dialog mit der Öffentlichkeit - das Spektrum geowissenschaftlicher Forschung und ihre Bedeutung für die Gesellschaft vorgestellt werden. Die Geowissenschaften umfassen die klassische Geologie und Geographie, Mineralogie, Paläontologie, meteorologie und Geophysik - eben alle Wissenschaften, die sich mit der Erde befassen, und da gehört die Wissenschaft der Meere, die die Erde zu rund 70 % bedecken, natürlich dazu. Mehr Informationen zum Jahr der geowissenschaften findet man unter:

    http://www.planeterde.de

    Auch der Tag der Erde, der 22. April, ist Bestandteil des Jahres der geowissenschaften. Sein Programm richtet sich ganz gezielt an Schülerinnen und Schüler. An diesem Tag werden Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler im ganzen Bundesgebiet den Schulen zur Verfügung stehen, um über ihre Arbeit zu berichten und Forschungsergebnisse zu erläutern. Am IOW dreht sich an diesem Tag natürlich alles um die Geologie der Ostsee.

    Die Vereinten Nationen haben bereits in den 70er Jahren den 5. Juni zum Tag der Umwelt erklärt. Auch in Deutschland haben Bund und Länder sich dieser Initiative angeschlossen und appellieren seitdem jedes Jahr an alle staatlichen und kommunalen Stellen, Veranstaltungen durchzuführen, die zu einem umweltbewussten Verhalten motivieren. Dieses hat gerade auch die Ostsee dringend nötig, denn jeder einzelne Mensch kann mithelfen, dass weniger Schadstoffe in die Ostsee eingeleitet werden.

    Der Veranstalter:

     

    Das Institut für Ostseeforschung Warnemünde, kurz IOW, ist ein Meeresforschungs-institut, in dem schwerpunktmässig das Ökosystem der Ostsee untersucht wird. Bereits seit 1997 veranstaltet das IOW jedes Jahr im Sommer eine vortragsreihe rund ums Meer für interessierte laien. In diesem Jahr - dem Jahr der Geowissenschaften - wendet sich das Institut mit seinen populärwissenschaftlichen Vorträgen zum ersten Mal direkt an die Schulen des Landes und bietet an vier Tagen die kompakte Behandlung von geowissenschaftlichen Themen für den naturkundlichen Unterricht ab der 10. Klasse an.

     

    Die Veranstaltungen finden alle im Vortragssaal des IOW statt. Veranstaltungsbeginn ist jeweils 10 Uhr, nach einem 30 bis maximal 45 minütigen Vortrag werden praktische Anwendungen zum Thema demonstriert. Lehrerinnen und Lehrer, die mit ihren Klassen das Angebot nutzen wollen, werden gebeten, sich mit den beiliegenden Karten rechtzeitig anzumelden.

     

    Das IOW befindet sich in Warnemünde, Seestrasse 15, zwischen Strandpromenade und Kurpark und in direkter Nachbarschaft zum Kurhaus. Vom Warnemünder Bahnhof aus ist das IOW innerhalb eines 12minütigen Fußmarsches zu erreichen. Der Institutseingang liegt auf der Parkseite. Weitere Auskünfte erteilt Dr. Barbara Hentzsch unter der email-Adresse: barbara.hentzsch@io-warnemuende.de

     

     

    das IOW ist Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried-Wilhelm-Leibniz (WGL).

    Das Programm:

    22. April, 10 Uhr - Tag der Erde

    Vortrag von Dr. Hartmut Schulz:

    Die geologische Entwicklung der Ostsee

    Die Ostsee ist von allen europäischen Meeren das jüngste: erst nach der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren entwickelte sich im Laufe der Jahrtausende ein Brackwassermeer – allerdings nicht allmählich, sondern über diverse Umwege: vom Eisstausee über marine Verhältnisse zu einem Süßwasser-See ging die Entwicklung hin zu den heutigen Brackwasser-Bedingungen. Woher wissen wir das heute? Aufschluss geben die Sedimente, die Ablagerungen am Meeresboden, die die Umweltbedingungen zur damaligen Zeit widerspiegeln. Wie man an ihnen die Geschichte der Ostsee ablesen kann, wird Dr. Hartmut Schulz am 22. April demonstrieren.

     

    27. Mai, 10 Uhr

    Vortrag von Dr. Herbert Siegel:

    Die Erde aus dem Weltall betrachtet: neue Möglichkeiten mit dem Satelliten ENVISAT

    Die Satellitenfernerkundung gestattet es heutzutage, große Meeresgebiete wie die Ostsee in hoher zeitlicher Folge mit einem Blick zu erfassen. Dabei registrieren die verschiedenen Satelliten und ihre Aufnahmesysteme unterschiedliche Eigenschaften des Wassers, wie die Wasseroberflächen-temperatur, die Wasserfarbe oder die Meeresoberflächen-rauigkeit. Während des Vortrages wird anhand von Beispielen gezeigt, weshalb die Meeresforschung diese Informationen braucht. Ganz besondere Möglichkeiten bietet der im März 2002 gestartete Satellit ENVISAT, da er 10 Sensoren zur Messung unterschiedlichster Parameter auf einer Plattform vereint.

    5. Juni, 10 Uhr - Tag der Umwelt

    Vorträge von Dr. Gesine Witt und Dr. Rolf Schneider

    Wie die Schadstoffe in die Ostsee kommen und was sie bewirken

    Verunglückt ein Öltanker, so sind verölte Strände und ster-bende Seevögel fast immer die traurige Konsequenz. Erst im letzten Jahr waren die Küsten von Falster und Moen durch den Unfall der "Baltic Carrier" betroffen. Dieses Unglück warf auch bei uns viele Fragen auf: was passiert mit dem Öl im Meer, warum verenden die Seevögel so qualvoll oder wie reagieren die Fische auf das Öl? Die Veranstaltung wird all diese Fragen behandeln. Sie will aber auch dazu beitragen, den alltäglichen Umweltver-schmutzern im Haushalt, Garten oder am Strand auf die Spur zu kommen. Auch dort werden Chemikalien eingesetzt, die die Ostsee-Umwelt schädigen.

     

    12. Juni, 10 Uhr

    Vortrag von Prof. Dr. Jan Harff

    Land versinkt und Land entsteht: das Auf und Ab der Ostseeküsten

    Während an der schwedischen Ostseeküste der Wasserspiegel allmählich sinkt (bis zu 80 cm in 100 Jahren) und dadurch neues Land entsteht, steigt das Meer an den deutschen und polnischen Ostseeküsten (10-20 cm in 100 Jahren). Wie kommt dieses Nebeneinander von Land-entstehung und Land-verlust zustande? Wird Mecklenburg-Vorpommern irgendwann einmal gänzlich von der Ostsee überflutet? Die Vermutung, dass die weltweite Klimaerwärmung eine Rolle spielt, liegt nahe, aber warum sinkt dann der Wasserspiegel in Skandinavien? Prof. Dr. Jan Harff wird in seinem Vortrag auf all diese Fragen eingehen.

     

     

     

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