Der geologische Untergrund Mecklenburg-Vorpommerns ist bis zu
einer Tiefe von mehreren 1000 Metern durch Wechsellagerung von Sedimentgesteinen
geprägt. Dabei bildet der Porenraum der Sande und Sandsteine den Speicherraum
für das durch den Menschen nutzbare Grundwasser. Die Temperatur nimmt mit
der Tiefe kontinuierlich um 3 °C pro 100 Meter zu. Deshalb kann das tiefe
Grundwasser zur Erdwärmegewinnung genutzt werden.
Die geologischen Verhältnisse zeichnen Mecklenburg-Vorpommern als bevorzugte
Region innerhalb Deutschlands für die Gewinnung von Erdwärme aus.
So werden fast 70 % der Erdwärme aus tiefen Wässern in den 3 Geothermischen
Heizzentralen (GHZ) Waren, Neubrandenburg und Neustadt-Glewe produziert.
Bei der geothermischen Nutzung wird das Tiefenwasser im Kreislauf geführt. Dem warmen Wasser aus der Förderbohrung wird obertägig die Wärme entzogen und das abgekühlte Wasser über eine zweite Bohrung wieder in den Sandsteinspeicher verpresst.
Die GHZ in Neustadt-Glewe ist seit September 1995 in Betrieb und eine der modernsten Erdwärmeanlagen in Europa. 97 °C heißes Wasser aus mächtigen, hochporösen Sandsteinen in 2250 Meter Tiefe wird mit einer Förderrate bis zu 125 m3/h zu Tage gefördert, um dessen Wärmeinhalt für die Beheizung von etwa 1250 Haushalten und 15 Gewerbebetrieben nutzbar zu machen. Die geothermische Leistung beträgt 6.5 MW.
Die Entwicklung der Wärmeerzeugung in den ersten 5 Betriebsjahren zeigt einen zunehmenden Anteil von geothermischer Energie bis 97 % an der Gesamtwärmebilanz (Zahlenangaben in MWh).