Home > Forschung und Lehre > Lehrangebote >
Seminar: Havarie in der Ostsee (WS 2000/2001)
     


Vorwort

Im Seminar "Anwendungsbezüge der Meereskunde" befassten sich Biologiestudenten und -studentinnen der Universität Rostock im Wintersemester 2000/01 unter Anleitung von Wissenschaftlern des IOW mit dem Thema "Ölhavarie in der Ostsee".

Wir haben zunächst versucht, das Thema von möglichst vielen verschiedenen Seiten zu beleuchten. Ziel war es dabei zu erkennen, warum es zu so vielen Tankerunglücken kommt, welche Auswirkungen sie haben (können) und welche Schritte man unternehmen müsste, um zukünftigen Katastrophen vorzubeugen. Als angehende Biologen interessiert uns natürlich besonders der Schutz der Küste. Mit diesem Thema haben wir uns im zweiten Teil der Veranstaltung näher beschäftigt. Ausgehend von einer bereits bestehenden Klassifizierung der (biologischen) Sensitivität verschiedener Küsten haben wir die Küsten unserer näheren Umgebung (Fehmarnbelt bis Arkonabecken) mit einem modifizierten System klassifiziert.
Schließlich haben wir herauszuarbeiten versucht, in welchen Bereichen ein Biologe/Meereskundler Beiträge zur Verhinderung und Bekämpfung von Ölkatastrophen leisten kann.
Die vorliegenden Seiten stellen den Stand der Ergebnisse am Ende des Seminars (WS 2000/01) dar und erheben insofern keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 
Teilnehmer
 
     
Doreen Betke Katja Jung Simone Pfeiffer
Christian Bödecker Gladys Liehr Doris Schiedeck (IOW)
Sina Böye Nardine Löser Rolf Schneider (IOW)
Stefan Forster (IOW) Stefanie Maack * Bianca Steup
Heike Freese Anne Mai-Prochnow  
Katja Funk Katrin Paul *) redaktionelle Bearbeitung

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Einleitung
Öl
   Was ist Öl?
   Wie verhält sich Öl in (See-) Wasser und wie wird es abgebaut?
   Wie breitet sich ein Ölfilm aus?
   Wie verhält sich Öl an der Küste?
   Ölbekämpfung
Havarie mit Ölaustritt in der Ostsee
   Ursachen
   Hydrographie
   Verbreitungsmodell
   Seerecht
Folgen
   Ökonomische Schäden
   Chronik (aus greenpeace.de)
   Auswirkungen anhand eines Beispiels
Sensitivitätskartierung
Fazit
   Resumee
   Rolle der biologischen/meereskundlichen Experten
   Offene Fragen zum Thema Öl
Literatur

 

Einleitung

Jährlich werden riesige Mengen Öl über die Weltmeere transportiert. Jeder fünfte Tanker weist erhebliche Sicherheitsmängel auf. Kein Jahr vergeht ohne Katastrophenmeldungen über verunglückte und geborstene Öltanker vor Küsten, verseuchte Strände, vergiftete Fischgründe und im Ölschlick verendende Vögel und Meeressäuger.

An deutschen Küsten blieben Havarien mit den Ausmaßen der "Amoco Cadiz" (1978, 223 000 t Rohöl an der Küste der Bretagne) oder der "Atlantic Empress" (1979, 350 000 t Öl im Atlantik vor Trinidad und Tobago) bislang glücklicherweise aus. Doch auch hier gab es bereits Unfälle, deren Ausmaß man zwar vielleicht in Zahlen ausdrücken, nicht aber vollends erfassen kann.
So erinnern wir uns an die "Pallas", die im Oktober 1998 brennend und leckend vor Amrum auf Grund lief, und erst letztes Jahr im März drohten 59 000 t Öl aus der havarierten "Clement" auszutreten. Sie war in der Kadetrinne, einem der wichtigsten Schiffahrtswege in der Ostsee, auf Grund gelaufen, konnte jedoch erfolgreich geborgen werden. Die Kadetrinne stellt das Verbindungsstück zwischen der westlichen Ostsee und der zentralen Ostsee dar, welches quasi alle Frachtschiffe passieren müssen. Zwischen Falster und Darß befindet sich eine Art Nadelör, da die Kadetrinne hier nur 20 Meter tief und an ihrer engsten Stelle gerade einmal eine Seemeile (1,85 km) breit ist. Bereits kleinste Abweichungen vom Kurs können ein Schiff auf den nur 7 Meter tiefen Rand der Rinne auflaufen lassen. Jedes Jahr durchqueren tausende von Wasserfahrzeugen mit mehr als 10m Tiefgang diesen Engpaß. Seit 1998 liefen neun davon auf Grund.

Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann auch Mecklenburg-Vorpommern sich mit einer Ölpest konfrontiert sieht. Die Frage, die sich dem Beobachter immer wieder aufdrängt, heißt:
WARUM?
Warum kommt es immer wieder zu Tankerunglücken?
Warum wird im Falle eines Unglücks anscheinend oftmals viel zu lange nicht zielgerichtet gehandelt?
Warum können die Schäden nicht stärker minimiert werden?

Die Antworten auf diese scheinbar simplen Fragen sind vielfältig und in den verschiedensten Bereichen zu suchen. Wir haben einige gefunden und werden sie auf den folgenden Seiten darstellen.

  Öl allgemein




aktualisiert: 19.04.2001      Fragen und Anregungen zu dieser Seite an: stefan.forster@io-warnemuende.de
Copyright © 2000 Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde      webmaster@io-warnemuende.de